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ESCORTSERVICE INTERNATIONALProstitution und ökonomische Zwänge
Verbindungen des ältesten Berufes mit der wirtschaftlichen Kultur
Die Position von Prostituierten befindet sich in der gesellschaftlichen Hierarchie ganz unten, dennoch „agieren" Vertreterinnen dieser Profession auch ganz oben.
Obwohl sich Prostituierte und Prostituierten-Organisationen gegen ein Opfer-Image wehren und die Freiwilligkeit ihren Entschlusses betonen, lassen sich die wirtschaftlichen Umstände als Ursache für dieser „Berufswahl“ nicht ausschließen: eine der ältesten Ursachen überhaupt.
Missverhältnis
Prostituierte stammten von Anbeginn überwiegend aus unteren Schichten. In der Antike wurden Sklavinnen zur Prostitution gezwungen. Als im Römischen Reich auch freie Frauen in dem „ältesten Beruf“ arbeiten begannen, erklärte man dies durch Mangel an „lukrativen Arbeitsplätzen“ für sie.
Im 19. Jahrhundert sind „ökonomische Motive wie Geldnot, Arbeitslosigkeit und geringer Verdienst“ die hauptsächlichen Beweggründe für die Prostitution.
Heutzutage hat sich zwar die Situation der Frau in dieser Hinsicht wesentlich verbessert. Dennoch muss man immer noch über „ein deutliches Missverhältnis im Einkommen von Männern und Frauen“ sprechen. Deutschland befindet sich im europäischen Vergleich am Ende der Liste: Aus einer Erhebung aus dem Jahr 2007 geht es hervor, dass nur noch in Zypern, Österreich, Estland, in der Tschechischen Republik, Slowakei und in den Niederlanden Frauen schlechter bezahlt werden.
Den geringen Verdienst darf man auch heute als Ursache für die Prostitution betrachten. Dafür spricht auch der Anteil von Prostituierten Migrantinnen – um die 60 Prozent – die noch weniger Chancen auf gut bezahlte Arbeitsplätze haben. Ganz zu schweigen von den illegal arbeitenden Prostituierten, die keine Arbeitserlaubnis und oft auch keine Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Die Zahl der illegalen Prostituierten wird auf 30 bis 40 % geschätzt.
Beruflich bedingtes Socialising
Prostitution beschränkt sich nicht nur auf die Freizeitangebote für die Freier. Sie wird auch für deren „beruflich bedingtes Socialising eingesetzt“, in ihre berufliche Kultur integriert. Die Dienste der Sex-Arbeiterinnen scheinen ein Teil der wirtschaftlichen Verhandlungen und Geschäften, ein normaler Teil von Geschäftspraktiken zu sein. Ein gehüteter und verborgener Teil, der jedoch ab und zu an die Öffentlichkeit drängt, wie dies bei der so genannten Volkswagen-Affäre der Fall war.
Mit und ohne Gattin
Eine Studie mit „männlichen heterosexuellen Freiern“ bringt derartige Erkenntnisse ebenso an den Tag: Ein Besitzer einer Maklerfirma erzählt, „dass Bauabschlüsse regelmäßig im Bordell gefeiert würden“. Ein Ingenieur im Außendienst berichtet, dass eine Prostituierte bereits „für ihn bestellt sei bzw. bereits auf ihn warte, wenn er im Hotel ankäme“. Ein Personalentwickler, der für die Einstellung von Managern fürs gehobene Management zuständig ist, spricht über zwei Arten von Geschäftsessen: „mit und ohne Gattin“. Wenn das Essen ohne Gattinnen stattfindet, „sei es durchaus im Rahmen, anschließend ins Bordell zu gehen“. Solch ein Abschluss ist genauso nach einem Vorstellungsgespräch vorstellbar: „um auszuprobieren, wie sich der Kandidat in dieser Umgebung bewege und ob er in die Firma passe“.
Unter diesen Umständen darf es nicht wundern, „dass Frauen von den entsprechenden beruflichen Positionen ausgeschlossen werden“. Die Zahl von Frauen in den Spitzenpositionen in der Wirtschaft ist erschreckend niedrig und dümpelt um die 5 %.
„Dadurch wird das gesamte Niveau der Frauenarbeit niedrig gehalten und führt wieder dazu, dass mehr Frauen dazu bereit sind in der Prostitution zu arbeiten – wenn auch nicht in Vollzeit, sondern nur nebenberuflich, um die niedrigen Verdienste in anderen Sparten aufzubessern.“
Die Freiwilligkeit dieser Entscheidungen darf man in Frage stellen.
Zitate und Quelle: Sabine Grenz, Prostitution eine Verhinderung oder Ermöglichung sexueller Gewalt? in: Sabine Grenz, Martin Lücke (Hg.) Verhandlungen im Zwielicht. Momente der Prostitution in Geschichte und Gegenwart. transcript Verlag, Bielefeld. 2006. 348 S.
Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Prostitution und ökonomische Zwänge: Verbindungen des ältesten Berufes mit der wirtschaftlichen Kultur http://politik-gesellschaft-deutschland.suite101.de/article.cfm/prostitution_und_oekonomische_zwaenge#ixzz0e5gOgQsR
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