Quelle: Wikipedia Mailand (ital. Milano, lombardisch Milan [miˈlãː], aus gall./lat. Mediolanum, vermutl. ‚Ebene in der Mitte‘) ist die zweitgrößte Stadt Italiens, Hauptstadt der Provinz Mailand und der Region Lombardei in Oberitalien. Innerhalb der amtlichen Stadtgrenzen hat Mailand rund 1,3 Millionen Einwohner, in der Provinz sind es ca. 4,8 und in der Metropolregion Grande Milano ca. 7,5 Millionen (Stand: jeweils 2006).
Mailand ist das Zentrum Italiens, was Wirtschaft, Mode, Design und Medien betrifft, und gilt als dessen „moralische Hauptstadt“ sowie als sein „Tor zur Welt“. Die Stadt ist u. a. für ihren gotischen Dom, ihr weltberühmtes Opernhaus Mailänder Scala, verschiedene Kunstschätze (darunter das Abendmahl Leonardo da Vincis), ihr exklusives Modeviertel, ihre in Italien tonangebende Kulturszene, ihre Fußballvereine AC Mailand und Inter Mailand sowie für die bedeutendste italienische Messe, „Fiera Milano“, bekannt.
m 400 v. Chr. wurde die Gegend um Mailand durch die keltischen Insubrer besiedelt. 222 v. Chr. eroberten die Römer diese Siedlung mit dem keltischen Namen Mediolanum. Nach mehreren Jahrhunderten römischer Herrschaft wurde Mailand 286 von Kaiser Diokletian zur Hauptstadt der Weströmischen Reichshälfte erklärt. 313 wurde hier das sog. Mailänder Toleranzedikt (Mailänder Konvention) verkündet, in dem die Kaiser Konstantin und Licinius den Christen Glaubensfreiheit zusicherten.
402 wurde die Stadt von den Westgoten belagert (worauf die Kaiserresidenz nach Ravenna verlegt wurde), 50 Jahre später (452) nahmen die Hunnen die Stadt ein. 539 eroberten und zerstörten die Ostgoten Mailand im Verlauf des sog. Gotenkrieges gegen Kaiser Justinian. 569 fiel Mailand dann an die Langobarden, bis es 774 Teil des Frankenreiches wurde. Während des Eroberungskrieges des Kaisers Friedrich I. Barbarossa gegen die lombardischen Städte wurde Mailand 1162 größtenteils zerstört.
Im 1167 gegründeten Lombardischen Städtebundes übernahm Mailand die führende Rolle. Nach der Unabhängigkeit, die den lombardischen Städten im Konstanzer Frieden 1183 zugesprochen wurde, wurde Mailand zum Herzogtum. 1395 wurde Gian Galeazzo Visconti Herzog von Mailand. 1450 fiel Mailand an das Adelsgeschlecht der Sforza, die die Stadt zu einer der führenden der italienischen Renaissance ausbauten. 1492 erhob der französische König Ludwig XII. erstmals Ansprüche auf das Herzogtum. Nach seinem Sieg über die Schweizer 1515 in der Schlacht bei Marignano wurde das Herzogtum Frankreichs König Franz I. zugesprochen.
Mailand 1621
Nach dem Sieg Karls V. über Franz I. 1525 fiel mit Norditalien auch Mailand an das Haus Habsburg. 1556 dankte Karl V. zugunsten seines Sohnes Philipp II. und seines Bruders Ferdinand von Habsburg ab, so dass die italienischen Besitzungen an die hierdurch von Philipp II. begründete spanische Linie der Habsburger übergingen. 1700 starb mit dem Tode Karls II. diese spanische Linie des Hauses Habsburg jedoch aus. Danach begann 1701 der Spanische Erbfolgekrieg mit der Besetzung aller spanischen Besitzungen durch französische Truppen unter dem französischen Thronprätendenten. 1704 wurden die Franzosen in Ramillies und Turin geschlagen und mussten Norditalien zugunsten der österreichischen Habsburger räumen.
1714 wurden im Frieden von Rastatt die Lombardei mit ihrer Hauptstadt Mailand sowie das Herzogtum Mantua dann auch formell den österreichischen Habsburgern zugesprochen. Napoleon eroberte 1796 die Lombardei. Mailand wurde zur Hauptstadt der Cisalpinischen Republik erklärt. Nach dem Ende der Besatzung durch Napoleon wurden im Wiener Kongress 1815 Mailand und die Lombardei sowie Venetien wiederum Österreich zugesprochen. Im Jahr 1848 kam es zum Fünf-Tage-Aufstand der Bevölkerung gegen die österreichische Besatzung, in dessen Zuge Feldmarschall Radetzky mit seinen Truppen aus der Stadt vertrieben wurde, welche die Stadt aber drei Monate später wieder einnahmen. Nach der Niederlage Österreichs gegen die mit Frankreich verbündeten Truppen Sardinien-Piemonts und Frankreichs bei der Schlacht von Solferino fiel die ganze Lombardei 1859 an das Haus Sardinien-Piemont unter Viktor Emanuel II., der Keimzelle des damals entstehenden italienischen Königreichs (Risorgimento).
Nach dem Ersten Weltkrieg gründete sich 1919 der faschistische Fascio di Combattimento (Squadristi) in Mailand. 1922 begann Benito Mussolini von Mailand aus seinen Marsch auf Rom, mit dem die faschistische Diktatur in Italien ihren Anfang nahm. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt 1944 starke Zerstörungen.
Im 20. Jahrhundert wuchs Mailand infolge der Industrialisierung sehr schnell. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren zogen viele Millionen Italiener, insbesondere aus Süditalien, nach Mailand und dessen Hinterland. Von 1971 bis 2001 ist die Einwohnerzahl Mailands vom bisherigen Höchstwert von ca. 1.732.000 Einwohnern bis auf 1.256.000 drastisch gesunken. Dieser Rückgang erklärt sich mit dem Umzug der Einwohner ins direkte Umland, hauptsächlich aufgrund der hohen Wohnungspreise in der Stadt, aber auch mit den praktisch unverändert gebliebenen Stadtgrenzen trotz eines fast überall fließenden Übergangs in die (etwa 50) wachsenden Vorstädte. Seit 2001 verzeichnet auch Mailand selbst wieder ein leichtes Wachstum.
Kunst und Kultur
Mailand wurde zum Veranstaltungsort der Weltausstellung 2015 (Expo) erkoren.
Bauwerke
Galleria Vittorio Emanuele II
Kirchen
* Der Mailänder Dom ist ein Meisterwerk der italienischen Gotik. Die weitherum sichtbare goldene Madonnenstatue auf der Turmspitze, la Madonnina, ist Thema der inoffiziellen Mailänder Hymne O mia bela Madunina.
* Basilica di Sant'Ambrogio
* Kirche Santa Maria delle Grazie, in deren Refektorium sich das weltberühmte Fresko Das Abendmahl Leonardo da Vincis befindet
* Das Castello Sforzesco ist die 1300 gegründete Burg der Mailänder Herzöge.
* Das um 1500 von Leonardo da Vinci mitentworfene Schifffahrtskanalsystem der Navigli.
Museen und Galerien
* Ein Museum neben der Kirche Santa Maria delle Grazie birgt das weltberühmtes Secco „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci.
* In der Pinacoteca di Brera sind Gemälde von Tintoretto, Caravaggio und Hayez zu besichtigen.
* Museo Bagatti Valsecchi ist ein Hausmuseum des 19. Jahrhunderts mit Kunstsammlungen aus der italienischen Renaissance.
* Museo Civico di Storia Naturale di Milano ist eines der größten Naturkundemuseen Italiens.
* Die Galleria Vittorio Emanuele II ist eine prunkvolle Einkaufspassage des 19. Jahrhunderts. Sie verbindet die Piazza del Duomo mit der Piazza della Scala.
* Der Cimitero Monumentale von Mailand beherbergt die Gräber berühmter Persönlichkeiten.
* Pirelli-Hochhaus
Stadttore
Eine Reihe von Stadttoren blieb nach dem Abriss der Stadtmauern von Mailand erhalten und wurde in die monumentale urbanistische Gestaltung des 19. und 20. Jahrhunderts einbezogen. Es sind dies unter anderem die
* Porta Garibaldi
* Porta Romana
* Porta Sempione mit dem Arco della Pace
* Porta Venezia (vor 1860 Porta Orientale)
Musik
Die Mailänder Scala gehört zu den renommiertesten Opernhäusern der Welt.
Theater
Das Piccolo Teatro di Milano ist ein Theater mit internationaler Reputation.
Mailand ist die einzige Stadt, die zwei Fußballvereine beheimatet, welche die Champions League für sich entscheiden konnten: AC Mailand und Inter Mailand. Ihre Heimspiele tragen die beiden weltberühmten Clubs im Giuseppe-Meazza-Stadion im Stadtviertel San Siro aus, einem der größten Fußball-Stadien Europas.
Seit 1976 gehört die Stramilano zu den bedeutendsten Halbmarathon-Läufen weltweit. 1993 blieb hier Moses Tanui mit einer Zeit von 59:47 min als erster Mensch über diese Distanz unter der Ein-Stunden-Marke. Seit 2000 findet außerdem der Mailand-Marathon statt. Dieses Laufereignis findet, mit einer Ausnahme, stets Ende November oder Anfang Dezember statt und gilt als der schnellste Marathon Italiens.
Der Radsportklassiker Mailand-Sanremo ist eines der bekanntesten Eintagesrennen der Welt. Die Rad-Rundfahrt Giro d’Italia endet traditionell in Mailand.
In der Nähe der Stadt liegt die Formel-1-Rennstrecke von Monza.
Der Basketballverein Olimpia Milano ist italienischer Rekordmeister und konnte 1966, 1987 und 1988 den Europapokal der Landesmeister gewinnen.
Mailand ist außerdem eine Eishockey-Hochburg in Italien: Insgesamt 8 verschiedene Teams konnten 32 Meisterschaften in die norditalienische Stadt holen.